Walter Lechner jun. - CEO, Teamchef und Profi-Rennfahrer
Die Karriere von Walter Lechner jun. begann bereits im Alter von elf Jahren: 1992 stieg er in die Österreichische Kartmeisterschaft ein – und dominierte auf Anhieb die Konkurrenz. 1994 war er Kart-Junioren-Staatsmeister, 1997 folgte der Wechsel in die heimische Formel-Ford, wo Walter den ersten Formel-Titel holte – und es sollte noch einige folgen.
1998 folgte der Aufstieg in die Deutsche Formel Ford. In dieser Saison holte Walter nicht nur den Meistertitel, sondern schaffte beim internationalen Formel Ford Weltfinale in Brands Hatch den sensationellen fünften Gesamtrang – und duellierte sich dabei mit späteren Weltmeistern wie Jenson Button.
Trotz seiner großen Erfolge musste Walter 1999 noch eine weitere Saison in der Formel Ford fahren. Der Grund: Mit 17 war Walter damals laut Reglment einfach noch zu jung, um in die nächsthöhere Motorsport-Liga zu wechseln. So fuhr er die französische Formel Ford-Meisterschaft und absolvierte zudem einige Gaststarts in Deutschland – und in beiden Serien holte er mit mehreren Siegen den Vize-Meistertitel. 2000 wechselte Walter in die Formel Renault-Europameisterschaft. Mit einem zweiten Rang in Nogaro verlief das Debüt nach Wunsch. Leider stoppte ein schwerer Unfall in Zandvoort jäh den anfänglichen Erfolgslauf Walters.
Im Jahr darauf kam Walter jedoch stärken denn je zurück: Nach einer durchwachsenen Saison in Frankreich feierte er als „Rookie of the Year 2001“ den Gesamtsieg in der neu aufgelegten Deutschen Formel-Volkswagen-Serie – und schloss damit an eine familieninterne Tradition an: Schließlich war sein Vater Walter Lechner sen. exakt 20 Jahre zuvor bereits ebenfalls Super-VW-Europameister geworden.
Der Formel VW-Bolide lag Walter äußerst gut. Er gewann Rennen um Rennen – und das machte sich auch bezahlt: 2002 belohnte ihn Volkswagen Deutschland mit einem Cockpit beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Und bei seiner Premiere beim berühmtesten Autorennen der Welt krönte sich der 21-jährige zum damals jüngsten Klassensieger in der LMP2-Klasse!
Sein souveräner Einstand im Endurance-Sport sowie die Tatsache, dass ein Formel 1-Cockpit damals schlichtweg nicht zu finanzieren war, bewogen Walter, 2003 im internationalen Porsche Supercup sowie in der FIA GT Meisterschaft an den Start zu gehen – eine Entscheidung, die sich für ihn auszahlen sollte.
In den nächsten Jahren absolvierte er erfolgreiche Einsätze für das Lechner Racing Team im internationalen Porsche Supercup und stand dabei mehrmals auf dem Podium. In der FIA GT Weltmeisterschaft verhinderten nur technische Schwierigkeiten am 600 PS Saleen S7 mehrere Siege Walters – mit sechs Pole Positions ist er noch heute im Spitzenfeld der Statistik. Der Aufstieg Walters blieb international nicht unbemerkt: Mit nur 22 Jahren wählte die renommierte britische Fachzeitschrift „Autosport“ Walter unter die Top 3 GT-Piloten Europas.
Von 2005 bis 2007 zwang Walter eine schwere Erkrankung zur Unterbrechung der Karriere. Nach überstandener Krankheit war klar, dass neben dem Motorsport auch andere Dinge eine Rolle in Walters Leben spielen sollten. Gemeinsam mit Bruder Robert gründete er 2005 die Lechner Racing GmbH und kümmert sich seither auch vermehrt um die Lechner Racing School.
Dennoch – oder gerade deswegen – feierte Walte Anfang 2008 beim 24-Stunden-Rennen von Dubai im Porsche 911 RSR von Lechner Racing ein erfolgreiches Comeback: Im ersten und bis dahin einzigen Rennen, in dem er sich mit Bruder Robert ein Cockpit teilte, lag das Team 22 Stunden lang voran – erst ein technischer Defekt kurz vor Rennende verhinderte den triumphalen Gesamtsieg von Lechner-Lechner auf Lechner-Porsche.
2009 absolvierte Walter Lechner jun. eine erfolgreiche Saison in der deutschen ADAC GT Masters im Ford GT von Fischer Racing und duellierte sich dabei immer wieder mit den klar überlegenen Audi R8 der Teams von Abt und Phoenix. Schon damals schwor sich Walter, einmal selbst ein Rennen auf Audi zu bestreiten. Diesen Traum erfüllte er sich schließlich im Jahr 2010: Gemeinsam mit Philip König, Niki Mair-Melnhof und Thomas Gruber siegte Walter auf Audi R8 LMS beim internationalen 12-Stunden-Langstreckenrennen am Hungaroring.


